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Googles New Way: KI, Klicks, Kontrolle

09.2025 / Google krempelt gerade das Spielfeld um, auf dem wir uns alle tummeln – und viele merken es (noch) nicht. KI übernimmt nicht nur das Targeting, sondern auch Reporting, Content-Produktion und sogar die Feed-Verwaltung. Wer glaubt, das seien nur kleine Stellschrauben, irrt: Das hier ist ein echter Systemwechsel. In diesem Beitrag ordnen wir die aktuell wichtigsten Neuerungen ein – kuratiert aus einem brillanten Überblick von Carlo Siebert – und zeigen, was sie für Unternehmen, Startups und Entscheider im Mittelstand bedeuten.

Es gab grade eine der relevantesten Ankündigungen in 2025 bislang. Google Ads wird künftig nicht mehr auf Keywords, sondern auf Kontext reagieren. In Googles KI-Modus soll der komplette Gesprächsverlauf – etwa bei einer Google-Suche oder einem YouTube-Dialog – als Targeting-Grundlage dienen. Das betrifft insbesondere Performance Max Kampagnen. Was das bedeutet? Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel. Ads werden flüssiger, vorausschauender, weniger steuerbar. Für manche eine Verheißung, für andere ‚Kontrollverlust‘ pur.

Für viele Mittelständler stellt sich hier die Frage: Was passiert, wenn unsere klare Keyword-Strategie von heute morgen nicht mehr greift? Unsere Empfehlung: Jetzt schon PMax-Setups testen, stärker auf Signal-Qualität wie bspw. First-Party-Daten oder Website-Verhalten setzen. Und so die eigene Markenkommunikation auf Klarheit und Konsistenz trimmen.

Billig-Video oder Branded Asset?

Die sog. Demand Gen-Kampagnen bekommen von Google eine neue Superpower: Aus ein paar Bildern bastelt die Maschine automatisch ein Video. Klingt gut. Aber die Ergebnisse wirken oft wie die Slide-Show eines Schulprojekts. Für Startups und junge Marken vielleicht noch verkraftbar, für etablierte Unternehmen eher peinlich. Wer auf Qualität setzt, sollte selbst gestaltete Video-Assets nutzen und Google nicht blind das Storytelling überlassen. Die Automatik ist ein guter Einstieg, mehr aber auch nicht.

Modernisierungsschub bei Feeds & Daten

Die neue Merchant API ersetzt endgültig die alte Content API. Das ist keine Kleinigkeit. Updates laufen schneller, die Steuerung wird granularer und wer mit vielen Produkten jongliert, kann endlich zeitnah reagieren. Gerade für produzierende Betriebe mit dynamischem Sortiment oder variabler Lagerverfügbarkeit ein echter Fortschritt. Wichtig: Die Migration ist kein Selbstläufer. Wer sich hier Hilfe holt, spart langfristig Zeit und Datenfrust.

Analytics wird gesprächig – dank Gemini

Eine der spannendsten Entwicklungen: Google Gemini lässt sich über eine Open-Source-Schnittstelle direkt mit Google Analytics verbinden. Das heißt: Statt Tabellen zu durchforsten, reichen Chatbefehle wie „Zeige mir alle Conversions nach Kampagne [Name] im Vergleich zum Vorjahr“. Besonders für Geschäftsführer ohne Analyse-Team eine charmante Möglichkeit, sich schnell einen Überblick zu verschaffen. Ein echter Schritt in Richtung Demokratisierung von Datenzugang. Zumindest sofern Datenschutz und Zugriffskontrollen sauber geregelt sind.

Zielgruppen ausschließen, Branding messen, Kanäle steuern

Konkret in die Budgetsteuerung eingreifend sind folgende neuen Ansätze von Google zu erwähnen:

  • Zielgruppenausschlüsse im Shopping: Endlich können bestehende Kunden ausgeschlossen werden. Das spart Streuverluste und macht Retargeting deutlich effizienter.
  • Brand Impact Tracking: Eine neue Conversion-Art misst, ob Nutzer nach Kontakt mit einer Anzeige nach der Marke suchen. Damit wird Branding-Kampagnen ein greifbarer Wert zugeordnet.
  • PMax-Kanalbudget-Analyse: Ein Schieberegler im Beta-Reporting zeigt, welche Kanäle wie viel Budget verbrauchen – ein Segen für die Optimierung.

Fakt: Diese Tools geben Kontrolle zurück. Und zwar in einer Umgebung, in der vieles zunehmend automatisiert und vor allem für Laien mehr und mehr zur ‚Blackbox‘ wird.

Mehr Transparenz, weniger Kontrolle

Wer darauf setze: Auch im Suchpartner-Netzwerk bewegt sich was. Google zeigt ab sofort, auf welchen Domains Anzeigen ausgespielt wurden. Ein erster Schritt zur Transparenz – allerdings noch ohne Performance-Daten wie Klicks oder Kosten je Domain. Auf der anderen Seite verschwindet woanders Kontrolle: Ab Ende 2025 wird das manuelle Sprach-Targeting in Suchkampagnen abgeschafft. Die KI entscheidet künftig autark, in welcher Sprache der Nutzer angesprochen wird. Wer internationale Kampagnen steuert, verliert hier gezielte Steuerungsmöglichkeiten. Ein fatales Signal – gerade für exportorientierte Mittelständler.

Consent Mode V2: Der neue Cookie-Standard kommt

Ab dem 31. Oktober 2025 wird in Europa der Consent Mode V2 für Microsoft Clarity verpflichtend. Wer nicht implementiert, verliert Tracking-Daten. Und damit die Grundlage für fast alle datengetriebenen Entscheidungen. Die Zeit zum Handeln ist jetzt. Wichtig: Es geht nicht nur um Technik, sondern auch um rechtssichere Implementierung. Besonders für Startups oder Betriebsübernehmer:innen kann das zur Hürde werden – hier helfen spezialisierte Partner weiter.

RSA-Reporting & A/B-Tests: Der Alltag wird smarter

Zwei kleine, aber hochwirksame Features:

  • Responsive Search Ads (RSA): zeigen nun vollständige Daten pro Headline und Beschreibung. Wer bisher blind optimieren musste, kann nun gezielt an Stellschrauben drehen.
  • PMax A/B-Tests: Reine Feed-Kampagnen können mit Asset-gestützten Varianten verglichen werden. Endlich objektive Antworten auf die Frage: „Bringt das neue Creative wirklich was?“

Für Agenturen bzw. deren Kunden KMU und inhabergeführte Betriebe sind solche Features Gold wert. Sie helfen, mit schlankem Setup bessere Ergebnisse zu erzielen.

Was jetzt zählt

Was wir gerade erleben, ist mehr als ein paar Produkt-Updates. Google Ads steuert in Richtung einer KI-dominierten Plattform, die vieles einfacher – und gleichzeitig intransparenter – macht. Für Entscheider heißt das: Jetzt ist die Zeit, die eigenen Setups zu überdenken, Datenhoheit zurückzugewinnen und die eigene Marketingstrategie fit für eine Zukunft zu machen, in der nicht mehr Keywords, sondern Kontexte zählen.

Oder anders gesagt: Wer jetzt auf Sicht fährt, ist morgen blind.

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